modified on 31. Juli 2016 at 10:08 ••• 2.597 views

A89

Aus Bürgerwiki Bodensee

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Bundesautobahn 89 (Abkürzung: BAB 89) – Kurzform: Autobahn 89 (Abkürzung: A 89) – ist eine aufgegebene Autobahnplanung, die den Raum Ulm mit Biberach an der Riß, Ravensburg und Friedrichshafen verbindet. Das Projekt wird seit 1979 als autobahnähnlicher Neu- und Ausbau der Bundesstraße 30 fortgeführt, nachdem die A 89 im Jahre 1980 aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen worden war.

Inhaltsverzeichnis

Trassenverlauf

Gegenwärtig sind insgesamt 54,5 Kilometer auf der ursprünglich für die A 89 vorgesehenen Trasse als B 30 vierstreifig fertiggestellt.

Günzburg – Ulm

Beginnend (an der A 8) bei Günzburg sollte die A 89 südlich Nersingen die A 7 kreuzen, an Neu-Ulm vorbeiführen und auf das Autobahnkreuz Neu-Ulm (A 80) stoßen. Als Bauvorleistung wurden im Autobahndreieck Neu-Ulm (B 19/B 30) bereits die Brückenbauwerke der Richtungsfahrbahnen über die ehemalige A 80 und drei Ohren des Kleeblattes realisiert. Ein weiteres Ohr (Fahrtbeziehung Günzburg - Senden) ist auf Luftbildaufnahmen in der Trassierung erkennbar. Die Strecke wurde bisherVorlage:Zukunft weder als A 89 noch als Bundesstraße errichtet.

Ulm – Biberach

Der Bau dieses Abschnittes begann in der Mitte der 1960er mit der zweistreifigen Ortsumgehung von Laupheim im Zuge der B 30 (Abschnitt Dellmensingen - Baltringen). In den 1970er und 1980er Jahren wurde die A 89 bzw. nach Aufgabe der Autobahnplanung die B 30 in Teilabschnitten von Ulm bis Biberach-Jordanbad fertiggestellt. Bei Biberach sollte die A 89 die A 88 kreuzen.

Biberach – Baindt (Egelsee)

Zwischen Biberach und Unteressendorf ist die 1. Fahrbahn der A 89 bereits 1965 als kreuzungsfreie B 30 errichtet worden. Im Bereich von Oberessendorf sollte die A 89 östlich am Ort vorbeigeführt werden. Dieser Neubau und die Ergänzung der 2. Fahrbahn erfolgten jedoch bisher nicht.

Im Abschnitt Oberessendorf – Bad Waldsee-Nord war beabsichtigt, die A 89 im Wesentlichen parallel zur alten B 30 unter Meidung der Ortslagen neu zu errichten. Zu einer Realisierung des Abschnittes kam es jedoch bisherVorlage:Zukunft weder in Gestalt der A 89 noch als B 30.

Die Ortsumgehung Bad Waldsee wurde bereits 1961 als B 30 zweistreifig fertiggestellt. Die Planung zur A 89 sah vor, hier lediglich eine zweite Fahrbahn zu ergänzen. Bisher wurde dieses Vorhaben auch als Bundesstraßenausbau nicht realisiert.

Die A 89 sollte auch im Abschnitt Bad Waldsee-Süd – Baindt (Egelsee) im Wesentlichen parallel zur alten B 30 geführt werden, jedoch unter Umgehung der Orte Gaisbeuren und Enzisreute.

Baindt (Egelsee) – Ravensburg (Süd)

Vor Aufgabe des Autobahnprojektes kam die Strecke nicht zur Realisierung. Dieser Abschnitt wurde jedoch im Zuge des Neubaus der B 30 fertiggestellt. Die um ca. 1–3 Kilometer westlich verlegte B 30n (n=neu) bei Weingarten ist großteils im Sonder-Querschnitt SQ24 24 Meter breit ausgebaut. Beim SQ24 handelt es sich um einen Regelquerschnitt RQ20, bei dem beidseitig 2 m breite Standstreifen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit angefügt wurden. Der Neubau diente zur Entlastung der alten B 30, die durch die Städte Weingarten und Ravensburg sowie die Gemeinden Baindt und Baienfurt führte. In der Höhe von Berg bis Höhe Ravensburg-Weststadt wurden beim Bau der B 30n zum Teil sehr aufwendige Lärmschutzmaßnahmen eingebaut. Im Bereich westlich von Ravensburg liegt die B 30n abschnittsweise fast genau auf der Trasse, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst für den (Rhein-Main-) Donau-Bodensee-Kanal frei gehalten wurde (siehe Weblinks). Dadurch konnte das Projekt umgesetzt werden, ohne das Schussental in Anspruch zu nehmen. Die Bereiche rechts und links dieser freigehaltenen Trasse wurden in der Nachkriegszeit jedoch dicht bebaut.[1] Die ursprünglich geplante Anschlussstelle auf Höhe des Wernerhoftunnels mit der Meersburger Straße (ehemalige B 33) wurde aufgrund einer daraus resultierenden ungünstigen Verkehrsverlagerung auf die Ravensburger Weststadt inzwischen aufgegeben.

Nordwestlich von Baienfurt war ein Dreieck mit der A 85 vorgesehen.

Ravensburg – Friedrichshafen

Die A 89 sollte zwischen Ravensburg und Friedrichshafen in deutlichem Abstand westlich der alten B 30 verlaufen. Die Trassenführung war ab Ravensburg-Süd östlich Oberzell, westlich Untereschach, östlich Ettenkirch bzw. westlich Meckenbeuren-Brugg und Brochenzell, östlich Hirschlatt, westlich Friedrichshafen-Allmannsweiler und des Regionalflughafens Friedrichshafen nach Friedrichshafen-Sankt Georgen vorgesehen.

Bei Meckenbeuren war ein Kreuz mit der A 98 geplant.

Bis zur Aufgabe der Autobahnplanung kam es zu keiner Realisierung der Strecke. Für den Abschnitt Ravensburg-Süd - Eschach liegt seit 2006 ein Planfeststellungsbeschluss für den vierstreifigen Neubau der B 30 vor. Noch im selben Jahr begannen die Vorarbeiten für die Verlegung der Schussen. Am 3. Juli 2013 erfolgte der symbolische erste Spatenstich.[2] Für den Abschnitt Eschach - Friedrichshafen laufen die Planungsarbeiten;Vorlage:Zukunft hier erfolgte 2013 die Variantenuntersuchung im Rahmen der Erstellung des Vorentwurfs.[3]

Planungsgeschichte

In den Netzplänen der Nationalsozialisten findet sich bis zu Beginn des Jahres 1941 eine Autobahnverbindung Ulm – Friedrichshafen oder Ulm – Lindau nicht.[4][5][6] Erst der Netzplan vom Mai 1941 enthält eine Verbindung Ulm – Lindau – Raum Dornbirn.[7]

Der Ausbauplan für die Bundesfernstraßen des Gesetzes vom 27. Juli 1957[8] sah zwar noch keinen Bau einer Bundesautobahn vor, doch war die B 30 zwischen Ulm, Ravensburg und Friedrichshafen in das „Blaue Netz“ der neu oder auszubauenden Bundesstraßen aufgenommen. Zudem war der Neubau einer Bundesstraße von Leipheim (Dreieck mit der A 8) – Senden bzw. VöhringenOchsenhausenBad WurzachWangen – Lindau vorgesehen.[9]

Der Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 30. Juni 1971[10] enthielt ebenfalls noch keine Bundesautobahnplanung. Dafür war allerdings der vierstreifige Neubau der B 10 und der B 30 vorgesehen.

Mit der Neustrukturierung des Netzes der Bundesautobahnen, die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführt wurde, erhielt der gesamte Streckenzug die einheitliche Bezeichnung „Bundesautobahn 89“.[11]

In der Netzkarte der Bundesregierung vom 1. Januar 1976 war die Bundesautobahn 89 unverändert enthalten.[12][13]

Im Bedarfsplan des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 5. August 1976[14] war die Bundesautobahn 89 zwar unverändert im Trassenverlauf enthalten, doch änderte sich die Dringlichkeit zahlreicher Teilprojekte.

Liste der Verkehrsfreigaben

Folgende Streckenabschnitte wurden dem Verkehr übergeben:

  • 1961: Bad Waldsee-Nord – Bad Waldsee-Süd (OU Bad Waldsee) (5,4 km, zweistreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1965: Rißegg – Hochdorf/Unteressendorf (6,3 km, zweistreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1967: Achstetten – Laupheim – Äpfingen-Nord (12,5 km, davon 2,4 km vierstreifig, im übrigen zweistreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1967: Biberach-Jordanbad – Rißegg (1 km, zweistreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1968/69: Ulm-Wiblingen (Kastbrücke) – Achstetten (11,8 km, zweistreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1978: Äpfingen-Nord – Biberach-Nord (3,6 km, vierstreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1980: Dreieck Neu-Ulm – Ulm-Wiblingen (Kastbrücke/Wiblinger Allee) (2,6 km, vierstreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1981: Biberach-Nord – Biberach-Jordanbad (7,9 km, vierstreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1986: Laupheim-Süd – Äpfingen-Nord, 2. Fahrbahn (4,9 km, als B 30 gewidmet)
  • 1989: Baindt (Egelsee)–Ravensburg/Eschach, 3. Bauabschnitt (Niederbiegen – Ravensburg-Nord) (3,6 km, vierstreifig, als B 30 gewidmet)
  • 1990: Laupheim-Nord – Laupheim-Süd, 2. Fahrbahn (5,1 km, als B 30 gewidmet)
  • 1995: Baindt (Egelsee) – Ravensburg/Eschach, 5. Bauabschnitt (Ravensburg-Nord – Ravensburg-Süd) (3,9 km, vierstreifig, als B 30 gewidmet)
  • 2001: Baindt (Egelsee) – Ravensburg/Eschach, 4. Bauabschnitt (Baindt/Egelsee – Niederbiegen) (7,7 km, vierstreifig, als B 30 gewidmet)

Links und Verweise

Einzelnachweise

  1. [1] PDF: Museumsleiter Frank Brunecker: „Wie kommt LIEBHERR 1953 nach Biberach?“ Seite 5, unten
  2. Vorlage:Internetquelle
  3. Vorlage:Internetquelle
  4. Vorlage:Internetquelle
  5. Vorlage:Internetquelle
  6. Vorlage:Internetquelle
  7. Vorlage:Internetquelle
  8. Bundesgesetzblatt, Jg. 1957, Teil I, S. 1189
  9. Ausbauplan für die Bundesfernstraßen. Aufgestellt vom Bundesminister für Verkehr. Bundesdruckerei, Bonn 1957, Anlage 1
  10. Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873
  11. Vorlage:Internetquelle
  12. Vorlage:Internetquelle
  13. Vorlage:Internetquelle
  14. Bundesgesetzblatt Jg. 1976, Teil I, S. 2093

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bundesautobahn_89 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





Whos here now:   Members 0   Guests 0   Bots & Crawlers 1