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Hans von Rechberg

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Hans von Rechberg zu Schramberg, süddeutsch, um 1460

Hans von Rechberg (* um 1410; † 13. November 1464 in Villingen im Schwarzwald) war ein Württemberger Ritter, der als Fehdeunternehmer[1] an zahlreichen Fehden, Kriegs- und Raubzügen im schweizerischen und schwäbischen Raum beteiligt war [2]. Er gilt als Begründer der Herrschaft Schramberg, der die von ihm erworbenen Teile der Herrschaften Falkenstein-Falkenstein, Falkenstein-Ramstein und Schilteck zu einem Territorium zusammenfasste.

Leben

Geboren um 1410 als jüngster (vierter) Sohn des Heinrich von Rechberg († 1437) aus der Rechberger Linie der von Hohenrechberg und der Gräfin Agnes von Helfenstein, erbte Hans beim Tod des Vaters die Herrschaft Gammertingen-Hettingen, nachdem er sich mit Verena Truchsessin von Waldburg-Sonnenberg, der Witwe des Johannes von Zimmern († 1430), verheiratet hatte.

Seit den 1430er-Jahren gehörten Kampf und militärische Gewalt zum Leben des Hans von Rechberg. Er war am erfolglosen Feldzug gegen die Hussiten von 1431 beteiligt, stand als Hauptmann auf Seiten des Hegauer Adels im Kampf gegen den Konstanzer Bischof (1440/1441) und unterstützte maßgeblich Hegauer „Raubritter“ gegen Ulmer und Ravensburger Kaufleute („Städtekrieg“ 1441/1442). Im Alten Zürichkrieg war Rechberg 1443 habsburgischer Hauptmann, 1444 Oberster Hauptmann der Stadt Zürich (→ Schlacht bei St. Jakob an der Sihl 1444). 1446 besetzte er zusammen mit dem Freiherren von Brandis die Grafschaft Sargans, verlor aber die anschließende Schlacht bei Ragaz. 1448 überfiel er Rheinfelden, das habsburgisch wurde, ein Jahr später entzweite er sich mit seinem österreichischen Dienstherrn. Inzwischen hatte der Rechberger sich mit der Gräfin Elisabeth von Werdenberg-Sargans († 1469) verheiratet; sie brachte die finanziellen Mittel in die Ehe - auch den halben Anteil an der Ruggburg - die ihrem Ehemann durch Kauf bzw. Verpfändung den Erwerb der falkensteinischen Herrschaften entlang der Schiltach mit ermöglichten, während Hans seine Herrschaft Gammertingen-Hettingen an den württembergischen Herzog verkaufen konnte (1447). 1449 war Elisabeth im Besitz der verpfändeten Burg Ramstein, spätestens 1452 besaß Hans von Rechberg den Unterfalkenstein.

Nach dem Verkauf seines Stammsitzes versuchte der Rechberger offensichtlich, im Schwarzwald seine Herrschaft auszubauen. Die Fehden gegen Reichsstädte begünstigten dabei ein solches Unternehmen nicht gerade, wenn auch der Verursacher solcher Streitigkeiten für die Zerstörung der Burg Ramstein 1454 Schadenersatz erhielt. Mit dem Geld gelang es Hans von Rechberg, mit der Burg Hohenschramberg ein Zentrum für seine Herrschaft an der oberen Schiltach zu errichten (1457/1459). In der Folgezeit war der Adlige in württembergischen Diensten (1458, 1463). Die Fehde gegen die Grafen von Werdenberg und die Ritterschaft mit St. Jörgenschild führte 1464 zur Belagerung der Burg Schramberg, Hans von Rechberg wurde auf einem Raubzug verwundet und starb am 13. November 1464 infolge der Verletzung in Villingen. Er wurde bei der Villinger Franziskanerkirche begraben.

Literatur

  • Erhard Waldemar Kanter: Hans von Rechberg von Hohenrechberg. Zürich 1903 (grundlegend) Internet Archive
  • O. Dambach: Schramberg. Ort und Herrschaft. Von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schramberg 1904.
  • Casimir Bumiller: Die Herren von Rechberg und die Formierung der Herrschaft Schramberg. In: Schramberg. Herrschaft – Markflecken – Industriestadt. Hrsg. v. Museums- und Geschichtsverein Schramberg u. d. Großen Kreisstadt Schramberg, Schramberg 2004, S. 83–94 online, RTF.
  • Niklas Konzen: Aller Welt Feind. Fehdenetzwerke um Hans von Rechberg (+1464) im Kontext der südwestdeutschen Territorienbildung (= Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B: Forschungen, Band 194), Stuttgart: Kohlhammer 2014.

Einzelnachweise

  1. siehe Literatur Felix Müller: Hans von Rechberg im HLS (Historisches Lexikon der Schweiz)
  2. siehe Eintrag im Personenregister der DNB


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