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St. Laurenzius Kapelle

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Kapelle St. Laurentius Lipbach


Im Jahr 990 n. Chr. vom Konstanzer Bischof Gebhard geweiht, zählt die Kapelle St. Laurentius (7) zu den ältesten sakralen Bauwerken im Linzgau. Das Kirchenschiff mit seinem schlichten Rechtecksaal dürfte noch aus dieser Zeit stammen, der Turm wurde später (etwa im 12. Jahrhundert) seitlich angefügt. Die romanische Kapelle zählt zu den ältesten im Bodenseekreis. Die Unterhaltspflichten für die Kapelle lagen seit dem Mittelalter beim Zehntherrn von Lipbach, dem Kloster Baindt. Ab 1803 gingen die Zehntrechte aufverschiedene Besitzer über.

Eine spätgotische Holzfigur des Schutzpatrons Laurentius mit dem Rost in der Hand – dem Symbol für die Folter und Verbrennung des Heiligen auf einem glühenden Rost in Rom im Jahr 258 – steht in einer Nische an der Längswand der Kapelle auf der Turmseite.

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Hl. Laurentius

Der Altar wird eingerahmt von zwei spätgotischen Figuren. Auf der linken Seite des Altars steht die heilige Katharina, rechts der heilige Nikolaus mit drei Goldkugeln, die er der Legende nach drei armen Jungfrauen zur Eheausstattung schenkte. Unser oberschwäbischer Nikolaus hält allerdings, wie sollte es anders sein, drei (Bodensee-?) Äpfel in der Hand. Der Barockaltar selbst wird von einer sehr beachtenswerten, gotischen Madonnenstatue aus der Zeit um 1420 geschmückt, einem Meisterwerk der schwäbischen Bildschnitzerkunst.

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Blick auf den Altar der Kapelle St. Laurentius

Als „Fußstapfen des heiligen Laurentius“ wird einer von mehreren Eindrücken in einem Stein, der rechts neben dem Eingang der Kapelle aus dem Boden ragt, bezeichnet. Dieser fußähnliche Abdruck soll der Sage nach von einem Glaubensboten herrühren, der zur Verkündigung des Evangeliums diesen Stein bestieg. Noch bis etwa 1860 fanden am Fest des heiligen Laurentius (10. August) große Wallfahrten aus der ganzen Umgebung statt. Ein hiesiger Pfarrer schrieb um die Jahrhundertwende, dass Mütter ihre Kinder, welche das Gehen nicht lernen wollten oder konnten, auf besagten Stein setzten, damit sie von ihrem Gebrechen geheilt würden. Eine Lipbacher Bürgerin weiß heute noch zu berichten, wie ihre Schwester in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu dem Stein gebracht wurde; leider vergeblich, sie blieb ihr Leben lang gelähmt.

Literatur

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Quellen und Verweise





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