modified on 27. August 2018 at 21:34 ••• 71 views

Sigmarszell

Aus Bürgerwiki Bodensee

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Sigmarszell

Sigmarszell (westallgäuerisch Sigmarszöll) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee) und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell.

Geografie

Lage

Sigmarszell liegt am Rand der Westallgäuer Landschaft, etwa sieben Kilometer entfernt vom Bodensee, mit folgenden Gemarkungen: Bösenreutin, Niederstaufen, Sigmarszell.

Die Leiblach, die Sigmarszell vom österreichischen Bundesland Vorarlberg trennt, hat eine Länge von 14 km und wurde im Jahre 802 erstmals als „Luibilunache“ erdkundlich erwähnt.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Sigmarszell gehören die drei Orte Niederstaufen, Bösenreutin und Schlachters.

  • Der Ortsteil Niederstaufen ist ein kleines Dorf mit etwa 800 Einwohnern, zehn Kilometer vom Bodensee entfernt. Die katholische Dorfkirche ist den Heiligen Peter und Paul geweiht. Das gemeindliche Sportgelände nutzt der TSV Niederstaufen. Bis Ende des Schuljahres 2005/2006 konnten die Niederstaufener Kinder in ihren ersten beiden Jahrgängen in die Dorfschule gegenüber der Kirche gehen. Diese Außenstelle der Verbandschule Weißensberg wurde inzwischen aufgelöst. Mehrere Handwerks- und Einzelhandelsbetriebe und elf landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe stellen die wirtschaftliche Basis von Niederstaufen dar. Sehenswürdigkeiten sind die neu restaurierte klassizistische Kirche und das Pfarrhaus. Von ursprünglich sechs Gaststätten ist in Niederstaufen eine einzige übrig geblieben.
  • Der Ortsteil Bösenreutin grenzt direkt an die Bodenseestadt Lindau an. Das Zentrum von Bösenreutin bildet der Dorfplatz auf dem jedes Jahr in der Nacht zum ersten Mai der Maibaum aufgestellt wird. An dem Maibaum sind Schilder mit Bildern verschiedener Handwerksberufe angebracht, außerdem sind das Wappen von Bösenreutin angebracht. Um den Dorfplatz herum gibt es eine Reihe wichtiger Gebäude: Die katholische Kirche mit Friedhof, die ehemalige Schule (heute ist dort die Musikschule und der Pfarrsaal untergebracht), ein Landgasthaus und das Feuerwehrhaus. Seit einigen Jahren besteht ein Spielplatz hinter der Kirche.
  • Schlachters ist der größte der drei Ortsteile. Die Gemeindeverwaltung der drei Ortsteile hat hier ihren Sitz. Eine Bankfiliale der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim und eine der Raiffeisen-BodenseeBank sind dort vertreten. Die ehemalige Obstbauschule Schlachters ist als Versuchsstation für Obstbau Schlachters eine Außenstelle der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.[1]

Geschichte

Bei Umgangs und Waldburg (beide bei Niederstaufen) sowie Burgstall fanden sich Reste von römischen burgi, turmartigen Gebäuden, die zur Verstärkung der Grenzbefestigung zwischen den Kastellen im Abstand von etwa eineinhalb bis zwei Kilometern mit einer fast quadratischen Grundfläche von zehn bis zwölf Metern Seitenlänge errichtet wurden.[2]

Um 800 n. Chr. gründete das Kloster St. Gallen im Lindauer Raum drei Pfarreien, eine davon war Sigmarszell.

Das ehemalige Amt der Freien Reichsstadt Lindau wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Bretzenheim als ein Teil des neugebildeten Fürstentums Lindau zugesprochen. Diese tauschten es 1804 mit Österreich. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern.

Den Namen hat Sigmarszell von Sigmar, einem leibeigenen Bauern, der unbedingt Pfarrer werden wollte. Das konnte er als leibeigener Bauer aber nicht. Seine Herrin ließ ihn jedoch gehen, so konnte er seinen Wunsch erfüllen und Pfarrer werden. Er half St. Gallus bei der Einführung des Christentums. Sigmar wohnte in einer Zelle, deswegen: Sigmars-zell. Heute steht in Sigmarszell eine Kirche zu Ehren von St. Gallus.

Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich in Biesings bei Schlachters das kleine KZ-Außenkommando Biesings des KZ Dachau.[3] Die Häftlinge wurden später ins KZ-Außenlager Lochau verlegt.

Am 1. Januar 1972 wurden die drei ehemaligen Gemeinden Bösenreutin, Sigmarszell und Niederstaufen zur neuen Gemeinde Schlachters zusammengeschlossen. Am 8. Februar 1974 wurde die Gemeinde Schlachters amtlich in Sigmarszell umbenannt.[4]

Verkehr

Der Bahnhof Schlachters steht an dem 1853 eröffneten letzten Abschnitt der bayerischen Allgäubahn. Er dient seit den 1980er Jahren nur noch als Betriebsbahnhof ohne Personenverkehr.[5] An der Anschlussstelle Sigmarszell der A 96 beginnt die Bundesstraße 31 nach Breisach.


Filme

Quelle: YouTube Quelle: YouTube
Quelle: YouTube Quelle: YouTube


Literatur

Verweise und Quellen

  1. Versuchsstation für Obstbau Schlachters abgerufen am 14. Oktober 2014
  2. Die Römer an Bodensee und Allgäu. S. 13–16, hier S. 14. In: Werner Dobras: Chronologie des Landkreises Lindau. Verlag W. Eppe, Bergatreute 1985, ISBN 3890890040
  3. Die Außenkommandos des KZ Dachau am Bodensee
  4. Heimatgeschichtliches / Chronik
  5. Die Strecke, kbs970.de, abgerufen 25. Dezember 2013


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sigmarszell aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





Whos here now:   Members 0   Guests 1   Bots & Crawlers 0