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Kloster Löwental

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Das Kloster Löwental war ein Kloster der Dominikanerinnen. Es wurde 1250 im namensgebenden Löwental in unmittelbarer Nähe der damaligen freien Reichstadt Buchhorn gegründet, nachdem der Reichsministeriale Johannes von Ravensburg-Löwental seine an der Rotach gelegene Burg Eichstegen-Löwental an die Dominikanerinnen von Konstanz gestiftet hatte und gleichzeitig in deren Orden eingetreten war. Johann von Ravensburg gehörte dem verzweig­ten Ge­schlecht der Ministerialen von Eichste­gen (so hieß Lö­wental bis etwa 1234) an.

  • 1250 über­gab Johann von Ravensburg seine Burg zu Eich­stegen-Löwental an Ostern den Do­mini­kanern von Kon­stanz zur An­le­gung eines Klo­sters. Sei­ne Frau Guta brach­te von Kon­stanz 20 Schwestern mit, die nach der Re­gel St. Augustins leb­ten. Guta trat selbst als Nonne in das Kloster ein, Johann wurde Do­mini­ka­ner. Am 2.6.1250 wurde das Kloster dem Dominika­ner­or­den inkorporiert; die geistliche Leitung des Klosters war den Dominikanern in Konstanz anvertraut. Der vom Gründer ge­wählte Name "Him­mel­wonne" konn­te sich nicht durch­set­zen.
  • Das Kloster Löwental wurde im 13. und 14. Jahrhundert erweitert und lag mit der Stadt Buchhorn mehrmals im Streit.
  • 1304 wird das Gebäude durch zwei Brände völlig zerstört, jedoch bald wieder aufgebaut.
  • 1415 wurde es unter die kaiserliche Schirmherrschaft gestellt.
  • 1447 musste das Kloster erneut renoviert werden.
  • 1483 waren die Arbeiten, zu deren Finanzierung einige Grundstücke verkauft wurden, vollendet.
  • Ende des 15. Jahrhunderts gehörte es zur Landvogtei Schwaben.
  • Weitere Brände im Jahr 1609 und während des Dreißigjährigen Kriegs machten das Kloster unbewohnbar, ein vom Konstanzer Bischof zur Verfügung gestelltes Kloster konnte nur wenige Nonnen beherbergen.
  • 1657-87 wird das Kloster Löwental wieder aufgebaut.
  • 1659 zogen Nonnen wieder in das neue Gebäude ein.
  • 1687 wurde die barocke Kirche geweiht.
  • Bis zur Säkularisation wuchs das Vermögen des Klosters, vor allem durch die bedeutende Apotheke, stetig an;
  • 1695 besaß es 64 Lehenshöfe.
  • 1806 wurde das Kloster Löwental säkularisiert. Nach einer Inspektion eines Württembergischen Kommissars wurde das Kloster im Sommer 1806 aufgelöst[1], sein gesamtes Vermögen sowie der Grundbesitz gingen an das Haus Württemberg. Den Nonnen wurde zunächst zugesichert, dass sie weiterhin im Kloster leben dürfen, Außerdem erhielten sie eine Jahrespension.
  • Als König Friedrich jedoch 1812 beschloss, im ehemaligen Klostergebäude eine Kaserne zu errichten, mussten sie das Kloster verlassen. Teilweise siedelten sie ins Kloster Kirchheim um, teilweise traten sie aus dem Orden aus. Die Einrichtung des Klosters wurde sofort versteigert, das Gebäude umgebaut.
  • 1812 wird die Pfarrei aufgehoben.
  • Erst 1814 wurde die Kaserne vom 2. Bataillon des württembergischen Infanterieregiments Nr. 10 bezogen. Nach Ende des Krieges gegen Frankreich, zwei Jahre später, stand die Anlage wieder leer. Das bis dahin erhaltene Kircheninventar wurde daraufhin versteigert und auf die umliegenden Gemeinden verteilt. Da sich für das jetzt „Schloss Löwental“ genannte Gebäude kein Käufer fand, wurde die Mühle separat verkauft, die Gebäude teilweise eingerissen oder zu Bauernhöfen umfunktioniert.
  • 1826 erfolgte ein Teilabbruch der Konventgebäude.
  • Der Rest wurde im Luft­krieg 1944 bis auf die Mühle und einen Teil der Um­fas­sungsmauer zerstört.


  • Heute existiert noch die Trautenmühle und ein Teil der Klostermauer. Auch das Gasthaus „Zum Klosterwirt“ zeugt noch von der Vergangenheit.


Vorlage:Coordinate; heute: Flugplatzstraße


Literatur

  1. Geschichte Friedrichshafens – Informationen über Kirchen und das Kloster
  • Stadt Friedrichshafen (Hrsg.): Geschichtspfad Friedrichshafen - Ein historischer Führer, Friedrichshafen 2001, ISBN 3895493015.

Quellen und Verweise

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Geschichtspfad_Friedrichshafen#Ehemaliges_Kloster_L.C3.B6wental_-_Tafel_5.1 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





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